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Nicht nur Händels „Halleluja“

 

 

„Wer singt, betet doppelt“, heißt es in zahlreichen Lobreden auf Kirchenchöre....
 
Nicht, dass die Aussage nicht stimmen würde, doch nehmen Gemeinden und
die dort Verantwortlichen dies wirklich ernst?...

Wenn der Satz „Wer singt, betet doppelt“ richtig ist, dann sind unsere
Kirchenchöre großartige Betgemeinschaften, nicht nur bei der musikalischen
Mitgestaltung von Gottesdiensten, sondern auch in der wöchentlichen
Probenarbeit, wo das Gotteslob in geselliger Runde seinen Platz hat.
Gerade jetzt, wo an zahlreichen Gottesdienstorten kein Priester mehr
vor Ort ist, gibt eine solche Gemeinschaft, die wie kaum eine andere
in der Gemeinde Woche für Woche zum Lobe Gottes aktiv ist,
Geborgenheit und Heimat im besten Sinn des Wortes.
Jede christliche Gemeinschaft lebt vom gemeinsamen Gebet.
Umso besser, wenn dieses durch Gesang die Herzen der Menschen berührt.
Eine solche Betgemeinschaft, wie sie jeder Kirchenchor darstellt,
ist weder überflüssig, noch kann sie Mitglieder entbehren.

... jeder Chor ist ein Schatz in seiner Gemeinde. Diesen Schatz gilt es zu pflegen.
 

SIEGBERT KLEIN

(aus "Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln")


 
Über den Wert des Gesanges für die Sänger schreibt „Die Zeit“:
 
…Dabei entgeht all den Nichtsängern einiges. Jeder kennt die Macht, mit der die Musik schon beim passiven Hörer andächtige, euphorische oder melancholische Stimmungen auslösen kann. Noch viel mächtiger ist Musik, wenn man sie selbst erzeugt, vor allem in ihrer ursprünglichsten Form, dem reinen Gesang. Laiensängerinnen und –sänger schwärmen von den starken Emotionen, vom Gemeinschaftsgefühl, vom körperlichen Kick, den ihnen die wöchentliche Chorprobe gibt. Dass dies mehr ist als die subjektive Begeisterung für ihr Hobby, zeigen neue Ergebnisse von Wissenschaftlern, die der Frage nachgehen, warum die Menschen so gern zusammen singen. ……
 
Diese trockenen Laborwerte korrelieren durchaus mit den subjektiven Auskünften von Chorsängern. In einer großen Studie unter Chormitgliedern aus Deutschland, Großbritannien und Australien, die  Wissenschaftler aus den drei Längern im vergangenen Jahr veröffentlicht haben, zeigen sich die Sänger überzeugt davon, dass das Chorsingen auf mehrfache Weise zu ihrem körperlichen und seelischen Wohlbefinden beiträgt:
  • Singen hebe die Stimmung und blende Alltagssorgen aus – auch wenn die äußeren Lebensumstände nicht danach seien.
  • Singen fördere eine gute Atmung. Dies allein kann schon helfen, Stress und Ängste abzubauen.
  • Dazu kämen noch Vorteile, wie sie jede Gemeinschaft bietet, in der man sich regelmäßig engagiert: lebenslanges Lernen, stabile soziale Kontakte, die Struktur ins Leben bringen.
 
(Auszug aus Christian Drössers „Froher Schall“ in „Die Zeit“ vom 22.12.2009)

 

 


Viele Wege führen zu Gott, einer geht über die Tonleiter.

   

Denken Sie sich einmal jede Musik aus dem Gottesdienst weg: kein Orgelspiel, kein Chorgesang, kein "Stille Nacht" zu Weihnachten, kein "Der Heiland ist erstanden" zu Ostern, kein "Großer Gott", keine Musik bei Hochzeiten und Begräbnissen.

Die Musik ist sozusagen eine Schwester der Theologie. Sie vermag das Herz zu bewegen und die Seele zu heilen. In ihrem Ausdruck von Freude und Dank, Vertrauen und Bitte geht sie über das gesprochene Wort hinaus und kennzeichnet die Liturgie als Feier des gemeinsamen Glaubens. "Wer das Evangelium begriffen hat, der muss davon singen", soll der Reformator Martin Luther gesagt haben.

Wenn wir den Ausspruch des Hl. Augustinus "Cantare amantis est" (Singen ist den Liebenden zu eigen) in unser Leben übertragen, dann heißt es, dass wir mit unseren Liedern Antwort geben auf Gottes Erlösungswerk und seine grenzenlose Gnade. Gottes Liebe bringt in uns ein Lied der Freude, der Hoffnung und des Trostes zum Klingen.

Die Liturgiekonstitution des II. Vatikanischen Konzils versteht die gottesdienstliche Musik als einen notwendigen und unverzichtbaren Bestandteil der feierlichen Liturgie. Musik im Gottesdienst hat nicht die Funktion eines Pausenfüllers, sie dient nicht einer klingenden Verschönerung. Im Antwortpsalm und im Halleluja, im Dankgesang, dem Gloria- und Sanctuslied hat der Gesang keine geringere Bedeutung als die Lesungen und Gebete. Aus dieser Aufwertung ergibt sich eine große Verantwortung in der Vorbereitung und der Ausführung der musikalischen Teile der Liturgie.
 
Armin Kircher, Diözese Salzburg

 
 

"Kirchenmusik ist Ausdruck der eigenen Existenz und prägt das kulturelle Leben wesentlich mit. Vom gregorianischen Choral bis zum zeitgenössischen Werk, von der Kantate bis zum Sacro-Pop und vom Posaunenchor bis zur Bodypercussion findet sie in allen Stilen und Formen ihren Ausdruck. 

.........Kirchenmusik führt die Verschiedenheit der auseinander strebenden sozialen Gruppen und Generationen zusammen und leistet damit neben der Verbesserung des gesellschaftlichen Zusammenhalts einen entscheidenden bildungspolitischen Beitrag.

 

Kirchenmusik versteht sich jedoch nicht allein als Teil des Kulturlebens. Zugleich ist sie Teil der kirchlichen Verkündung. Sie tritt damit gleichzeitig in den Dialog mit allen Menschen und ihren religiösen und ästhetischen Erfahrungen an."

(Beitrag des Deutschen Musikrates anlässlich der Aktionswoche "Einheit durch Vielfalt - Kirche macht Musik" Oktober 2010)



 

Die Aufgaben der kirchlichen Chöre in der Gegenwart 
 
 
Das Konzil widmet in der Liturgie-Konstitution der Kirchenmusik ein besonderes Kapitel (Kapitel 6) und räumt ihr einen hohen Stellenwert ein, besonders deshalb, weil als der mit dem Wort verbundene gottesdienstliche Gesang einen notwendigen und integrierenden Bestandteil der feierlichen Liturgie ausmacht.
 
Die Mitglieder der Kirchenchöre vollziehen, neben Ministranten, Lektoren und Kommentatoren, einen wahrhaft liturgischen Dienst.
 
Wenn Mitglieder der Chöre einen liturgischen Dienst versehen und Gesang ein integrierender Bestandteil der Messliturgie ist, dann hat Chormusik jetzt wieder eine dienende liturgische Funktion, die "um so heiliger ist, je enger sie mit der liturgischen Handlung verbunden ist". Dabei billigt das Konzil alle Formen wahrer Kunst und lässt sie zur Liturgie zu (sofern sie die erforderlichen Eigenschaften besitzen).
 
Damit sind der liturgische Stellenwert des Kirchenchores, sein Würde und Berufung, aber auch sehr eindeutig seine ureigenen Aufgaben umschrieben. Diese neue theologische Sinndeutung der Liturgie muss die Arbeit der kirchlich gebundenen Sängerchöre neu definieren, für die Messe selbst, aber auch für das christliche Leben im Alltag, als konsequente Fortsetzung liturgischen Tuns. Jede (und besonders die nachkonziliare) Generation muss neu nach der Stellung des Kirchenchores in der Liturgie fragen, und die Sänger im besonderen sind herausgefordert, sich in Frage stellen zu lassen.
 
Der Blick auf eine fast 120-jährige Tradition unseres Chores sollte hierfür ein besonderer Anlass sein.
 
Auf diesem Hintergrund sind deshalb einige Aspekte anzusprechen, die nach meiner Meinung für die Arbeit der Kirchenchöre, auf Grund eines veränderten Liturgieverständnisses und in einer pluralistischen Gesellschaft wichtig erscheinen.
 
Auch Kirchenchöre leben nicht außerhalb von Raum und Zeit, nicht jenseits von Entwicklungen und Veränderungen, die unsere Kirchen und unsere Gesellschaft erfaßt haben. Wenn jahrhundertealte Liturgievorstellungen und -praktiken sich ändern, muß das auch Konsequenzen für einen Kirchenchor haben. Wenn alte Gemeindestrukturen aussterben, neue langsam erst wachsen, wenn das Selbstverständnis von Gemeinde, von den priesterlichen und pastoralen Diensten sich wandelt, dann darf es nicht Wunder nehmen, wenn auch die Erwartungen an die liturgischen Sängergruppen davon betroffen sind.
 
 
 
A. Liturgischer Dienst in der Eucharistiefeier der Gemeinde
 
Der Kirchenchor hat seinen ersten und eigentlichen Platz in der Feier der (Meß)Liturgie. Das unterscheidet ihn von Gesangvereinen aller Art.
 
1) Liturgie geht zurück auf das lateinische Wort "liturgia", ein aus dem Griechischen übernommenes Fremdwort, was "Dienst am Volk als öffentliche Dienstleistung" bezeichnet. Christlicher Gottesdienst ist deshalb immer zuerst Dienst Gottes an den Menschen. Wenn Gott so selbstlos auf uns zukommt, dann können wir Menschen nicht untätig bleiben. Wir werden herausgefordert, provoziert zur Antwort. Darin besteht also unser Dienst: Antwort zu geben (reagieren) auf Gottes zuvorkommendes Handeln (Aktion), durch die Kraft des Geistes Gottes.
 
Die Liturgiereform wollte nichts anderes, als diese Ur-Kunde unseres Glaubens wieder deutlicher zum Vorschein bringen. Damit ist Liturgie (und im besonderen die Eucharistiefeier) bereit herauszutreten aus der Engführung einer "Priesterliturgie" hin zur Liturgie der ganzen Gemeinde. Denn alle (also auch die Sänger) sind aufgrund ihrer Berufung durch die Taufe und Firmung Träger und Handelnde dieser liturgischen Versammlung.
 
2) Der Gesang darf in der Liturgie nicht bloßer Schmuck, künstlerisches Ausstattungsmittel sein, das nur äußerlich zum Gebet hinzukommt. Gesang ist selbst wahre wirkliche Liturgie. Im festlichen Lobpreis Gottes ist der Gesang die angemessene "Sprechweise". Eine Versammlung freudig gestimmter, dankbarer Menschen äußert sich vornehmlich im Singen. Es heißt, Gesang sei doppeltes Gebet (Qui cantat, bis orat). Vielleicht ist deshalb so auffallend häufig in den konziliaren und nachkonziliaren Dokumenten die Rede vom Gesang.
 
Eine so große Aufwertung, wie sie in den Dokumenten des II. Vatikanischen Konzils erfolgt ist, haben vielleicht die Kirchenchöre seit vielen hundert Jahren nicht mehr erfahren. Es hat wohl kaum eine Zeit gegeben, die den Chören so viel an Mitwirkungsmöglichkeiten gegeben hat, wie die unsere.
 
3) Der Kirchenchor ist kein Konzertchor, der auftritt, Applaus empfängt und sich dann auf das nächste Konzert vorbereitet. Er ist vielmehr Teil seiner Gemeinde, die im Gottesdienst zusammengekommen ist, Gottes Dienst empfangend und Antwort gebend. Was er tut muss dem Grundthema der Liturgie entsprechen. Bloße Unterhaltung und artistische Aufführungen sind im wahrsten Sinne des Wortes de-plaziert. Der Chor hat teil am Verkündigungsauftrag der Kirche, er gibt der Gemeinde seine Stimme, ist Animateur und Vorsänger. Er stellt sich nicht selbst dar, sondern singt vom Handeln Gottes und gibt die frohe und dankbare, und zuweilen auch betroffen machende und schmerzliche Antwort der Versammelten. Von hierher versteht sich, dass nur der bestmögliche Gesang zur Ehre Gottes gerade gut genug ist. Es muss deshalb ein intensives Ringen um Qualität erwartet werden.
 
Die Gemeinde sollte sich also nicht durch den Chorgesang verdrängt fühlen. Wenn sie willens ist, grundsätzlich ihre "liturgische Rolle" selbst zu spielen, dann wird sie auch geneigt, ja froh sein, einmal legitime Rechte abzutreten.
 
Ich denke, dass für unseren Chor in Anspruch genommen werden kann, dass er sich in diesem Sinne um Mitgestaltung bemüht. Er greift hier nicht nur auf Altbewährtes zurück, auf das was eingängig ist, leicht zugänglich und pflegeleicht. Er konzentriert sich auch nicht auf "ganze Messen" (Meßordinarien: Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus, Agnus Dei) oder gelegentliche "Einlagen". Es ist dem Chor ein Anliegen, auch bei den Gesängen nach der Lesung, beim Hallelujaruf, bei den Fürbitten, bei anderen Wechselgesängen in responsorialer oder antiphonaler Gestalt, Akklamationen und Gemeindeliedern (im Wechsel mit der Gemeinde) sich zu beteiligen und zwar in der Form des Vorsingens durch den Kantor oder in mehrstimmigen Sätzen mit dem Gesamtchor. Das Repertoire reicht hier von der Zeit des Barock (z.B. Schütz, Bach, Händel) bis zu zeitgenössischer Musik, und auch Liedgut der sog. "Neuen geistlichen Lieder" ist bekannt und beliebt.
 
Da der Chor einen liturgischen Dienst hat und Teil der Gemeinde ist, mit und für sie singt, soll der Platz für die Sänger (und die Orgel) so gewählt werden, dass sie deutlich als Teil der versammelten Gemeinde in Erscheinung treten und so, dass sie ihr liturgisches Amt möglichst gut ausüben können. Er soll außerdem den Sängern ohne Schwierigkeiten den Kommunionempfang ermöglichen, der nach heutigem liturgischen Verständnis, zur vollen Teilnahme an der Messfeier wesentlich dazugehört. Hierfür ist natürlich eine Orgelbühne im Rücken der Versammlung denkbar ungeeignet. Der dem Chor gemäße Platz ist also (wie in den ersten Jahrhunderten) wieder die Altarnähe, der "Chor".
 
 
 
 
B. Gestaltung anderer liturgischer Feiern
 
Neben dem Dienst in der Eucharistiefeier an Sonn- und Feiertagen sollte ein Chor auch "Dienstbereitschaft" zeigen in der Vorbereitung und Mitgestaltung anderer liturgischer Feiern. Hier wäre zu nennen das mehrstimmige Singen von Psalmen, des Magnificat, des Te Deum oder anderer zum Tag oder zur Zeit passender Motetten beim kirchlichen Stundengebet (besonders bei den Laudes = Morgengebet, der Vesper = Abendgebet und der Komplet, zum Tagesabschluß); Motetten, mehrstimmige Liedsätze zu Texten der Psalmen oder anderer biblischer Texte, Liedmeditationen in Andachten an Festen zu besonderen Zeiten des Kirchenjahres (Advent, Österliche Bußzeit, Maiandachten); gesangliche Gestaltung bei Prozessionen und die wenig geübte Praxis der feierlichen Mitgestaltung bei der Ausspendung von Sakramenten (z.B. Taufe, Trauung).
 
 
 
 
C. Pflege der (Kirchen)Musik außerhalb der Gottesdienste
 
Aus dem bisher über die Aufgaben der Chöre Gesagten ist deutlich geworden, daß die gelegentlich geäußerte Ansicht, durch die Liturgiereform des II. Vatikanums sei es den Chören fast unmöglich geworden, sich in der Liturgie zu betätigen, in dieser Verkürztheit nicht zutreffend ist.
 
Es ist jedoch auch nicht zu leugnen, dass durch die jetzige Form der Eucharistiefeier, in der die aktive Teilnahme aller als Wesen einer solchen Feier verstanden wird, nicht mehr jede früher gepflegte und geliebte Form des Chorgesangs möglich ist. Der Chor ist Teil der Gemeinde. Er soll sie mit spezifischen Diensten anregen, ihr Vorsänger sein und sie ab und an vertreten. Er soll aber gerade nicht konzertierend in Erscheinung treten, Gottesdienst nicht ausschmücken, sich nicht unterhaltend betätigen.
 
Dies verpflichtet nicht selten dazu, in der Liturgie den Gebrauch von Werken einzuschränken, die aus einer Zeit stammen, in der die tätige Teilnahme der Gemeinde noch nicht als eine Quelle wahrhaft christlichen Geistes angesehen wurde.
 
Der Schatz der Kirchenmusik soll aber mit größter Sorge bewahrt und gepflegt werden, so die Liturgiekonstitution. Damit die "großen Schätze der Kirchenmusik nicht verloren gehen, sondern am Leben erhalten werden", ist es Aufgabe der Chöre, Kompositionen und Gesänge, die heute nicht mehr leicht und als Ganze in die Liturgie Eingang finden können, wie auch andere geistliche Musik (z.B. Kantaten und Oratorien) außerhalb der Gottesdienste aufzuführen. Diese Veranstaltungen haben ihren Platz in der Kirche und können als "kirchenmusikalisches Konzert" und auch als "kirchenmusikalische Andacht" (Musik im Wechsel mit Gebet und Meditation) durchgeführt werden.
 
Der Schatz der kirchenmusikalischen Schöpfungen kann so ein beredtes Zeugnis dafür sein, wie sehr der christliche Glaube die Kultur des Menschen fördern kann. In einer Aufforderung des II. Vatikanums an die Künstler heißt es: "Weigert euch nicht, euer Talent in den Dienst der göttlichen Wahrheit zu stellen! Die Welt, in der wir leben, braucht das Schöne, um nicht der Verzweiflung anheim zu fallen. Die Schönheit wie auch die Wahrheit senken in das Herz der Menschen die Freude".
 
Dass zu diesem "Schatz der Schönheit und Wahrheit" auch Kompositionen aus dem nichtreligiösen Bereich gehören - und deshalb auch zum Repertoire der Kirchenchöre -, versteht sich von selbst.
 
 
 
D. Christliches Miteinander
 
Liturgie soll Quelle und Ziel für das christliche Leben der Gemeinde im nichtliturgischen Bereich sein. Das bedeutet für einen Kirchenchor als aktive Gruppe in der Gemeinde auch das Bemühen um ein zeichenhaftes Verhalten in der Nachfolge Christi.
 
Bei allem musikalischen Fleiß und Können ist es heute geradezu von schicksalhafter Bedeutung für den Bestand des Chores, wie menschlich und herzlich wir miteinander umgehen. Zum Miteinander-Musizieren gehört auch das Miteinander-Feiern und Begegnen. Aneinanderdenken in Freud und Leid, an Geburts- und Namenstage denken und feiern, erkrankte Chormitglieder besuchen, langjährige Sänger und Sängerinnen ehren und neu eintretende freundlich empfangen und aufnehmen. All das gehört zur Menschlichkeit im Chor und fördert die Gemeinschaft und ein eventuell "heimatliches Gefühl". Eine solche Atmosphäre könnte dann auch in das Gemeindeleben hinein ausstrahlen.


 
 
 
Die Zukunftsvision
 
Es wäre allerdings geradezu unchristlich, wenn eine christlich orientierte Gruppe nicht auch in die Zukunft schauen würde und keine Zukunftsperspektiven hätte.
 
Sollte es einem Kirchenchor, der im liturgischen Leben der Kirche einen wirklichen Dienst leistet und sich um ein christliches Miteinander zum Wohle (oder wie es die Bibel ausdrückt: zum Heil) des einzelnen Mitgliedes und der Gemeinde bemüht, nicht möglich sein, am Aufbau einer Gemeinde mitzuwirken, von der es heißt oder wieder heißen könnte, "wir wollen mit euch gehen, denn wir haben gehört: Gott ist mit euch" (Sach 8,23), oder "sie lobten Gott und waren beim ganzen Volk beliebt" (Apg 2,46). Traum, Vision? Natürlich. Aber, wie heißt es in dem von Helder Camara gedichteten und von L. Edelkötter vertonten Lied: "Wenn einer alleine träumt, ist es nur ein Traum. Wenn viele gemeinsam träumen, so ist das der Beginn einer neuen Wirklichkeit. Träumt unsern Traum". "Unsere Heimat ist im Himmel" (Phil 3,20) und wir hoffen, einst in die Schar der himmlischen Chöre eingegliedert zu werden. Auch Traum? Nein, Gewissheit!
 
 
Literaturhinweise:
 
- II. Vatikanisches Konzil, Konstitution über die Heilige Liturgie "Sacrosanctum Concilium" vom 4.12.1963
 
- Bretschneider: Der Kirchenchor in der Liturgie, in Tagebuchblätter für Kirchenchorsänger
 
- Baroffio: Die theologischen Grundlagen der Kirchenmusik Gottesdienstkongregation, Konzerte in Kirchen
   vom5.11.1987
 
- Dr. Nordhues: Der Kirchenchor und seine Aufgaben, in Tagebuchblätter für Kirchenchorsänger
 
- ­Lustenberger: Zentrum und Umfeld des Kirchenchores, in Tagebuchblätter für Kirchenchorsänger